Woran die Bewertung dieser Sätze festgemacht wurde
Hinter jedem Eintrag in der Unionsliste steht ein Gutachten, und in diesen Gutachten wird nicht mit Erfahrungswerten argumentiert, sondern mit Enzymen, Messreihen und Zufuhrversuchen. Die folgenden drei Abschnitte benennen jeweils den Vorgang, um den es dabei ging.
Vier energiereiche Bindungen für eine einzige Aminosäure
Bevor eine Aminosäure in eine wachsende Kette eingebaut werden kann, muss sie an ihr Transportmolekül gekoppelt werden. Dieser Kopplungsschritt verbraucht ein Nukleotid und spaltet dabei zwei energiereiche Bindungen. Zwei weitere kommen im Zyklus der Kettenverlängerung hinzu: eine beim Heranführen des beladenen Transportmoleküls, eine beim Weiterrücken um drei Basen. Macht vier pro eingebautem Baustein — bei einem Protein aus dreihundert Aminosäuren also weit über tausend.
Keines dieser Nukleotide wird von den beteiligten Enzymen in freier Form angenommen. Sie greifen den Komplex aus Nukleotid und Magnesiumion, und die Ladungsverteilung dieses Komplexes ist es, die in die Bindetasche passt. Zusammen mit der Bindung an Ribonukleinsäuren erklärt das, warum von den rund siebzehn Millimol Magnesium pro Liter Zellwasser nur ein kleiner Anteil ungebunden vorliegt.
„Magnesium trägt zu einer normalen Proteinsynthese bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Etwa jedes zehnte menschliche Protein bindet ein Zinkatom
Zink kommt in der Zelle kaum als frei bewegliches Ion vor; es sitzt in Proteinen, und zwar nicht als Zierde, sondern als Bauteil. Auswertungen des menschlichen Proteinbestands schätzen den Anteil zinkbindender Eiweiße auf ungefähr ein Zehntel. Mehr als dreihundert Enzyme zählen dazu.
Für die Herstellung von Proteinen sind zwei Gruppen von Bedeutung. Zum einen die Enzyme, die Genabschnitte in eine Arbeitskopie umschreiben: Alle drei Ausführungen dieser Enzyme tragen Zinkatome in ihrem Aufbau. Zum anderen jene Proteine, die vor der Abschrift bestimmen, welcher Abschnitt überhaupt gelesen wird — ihr häufigstes Baumuster hält seine Form nur, solange ein Zinkatom in der Mitte sitzt, und trägt deshalb den Namen des Metalls.
„Zink trägt zu einer normalen Proteinsynthese bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Die Darmkrypte erneuert sich schneller als jedes andere Gewebe
In den Vertiefungen der Dünndarmschleimhaut sitzen Zellen, die sich im Abstand von etwa einem Tag teilen. Ihre Nachkommen wandern zur Zottenspitze, arbeiten dort drei bis fünf Tage und werden dann abgestoßen. Jede dieser Teilungen setzt voraus, dass zuvor der komplette Satz Erbmaterial kopiert wurde — ein Kopiervorgang, der Millionen einzelner Bausteine aneinanderfügt und dabei auf Enzyme mit Zink im Aufbau angewiesen ist.
Dieselbe Beobachtung gilt für die Oberhaut und für die Zellen der körpereigenen Abwehr. Sie erklärt, weshalb in Zufuhrversuchen Veränderungen zuerst an schnell erneuernden Geweben auffallen, lange bevor sich an langsam umgesetzten Strukturen wie Sehnen oder Knochen etwas messen lässt.
„Zink trägt zu einer normalen DNA-Synthese bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012